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Platon »Phaidros«

Im »Phaidros«, einem der schönsten Dialoge Platons, hält Sokrates eine lange Rede über die Seele und den Eros: Nachdem sein Gesprächspartner Phaidros eine Rede des Logographen Lysias vorgelesen hatte, in der die Liebe als etwas Schädliches für den Geliebten zur Darstellung kommt, hat sich Sokrates ebenfalls zu einem Frevel gegen den Eros hinreißen lassen. Mit seiner zweiten Rede nun, der sogenannten Palinodie (svw. »Widerruf«), soll dieser Frevel wiedergutgemacht werden. Die Liebe, welche dort als ein göttlicher Wahnsinn vorgestellt wird, der alle gewohnten Bezüge verwandelt, kann jedoch erst dann richtig verstanden werden, wenn zuvor das Wesen der Seele behandelt worden ist; hier beginnt der von uns ausgewählte Text (245c-249d), dessen Übersetzung aus dem Altgriechischen von Manuel Schölles besorgt wurde.

Wie in unserer Einführung zu lesen ist, haben wir die Idee zur Federlese in besonderer Weise dem »Phaidros« zu verdanken; nicht nur die gefiederte Seele des Philosophen, sondern auch die von Platon noch tief empfundene Skepsis gegenüber der Schriftlichkeit, die in dem platonischen Dialog zum Ausdruck kommt, haben uns zu diesem Podcast-Projekt inspiriert. Nun soll der »Phaidros« am Ende (und Höhepunkt) unserer Bemühungen stehen.

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18. August 2006, 23:36 von der Redaktion

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F. Schleiermacher »Hermeneutik und Kritik«

Als »die Kunst, die Rede eines andern richtig zu verstehen« (HL 7/8) faßt der Theologe Friedrich Schleiermacher den Begriff der allgemeinen Hermeneutik, welche von ihm zuerst entwickelt wurde. Schleiermacher hat seine hermeneutischen Arbeiten zu Lebzeiten nie veröffentlicht; erst 1836 wurden sie unter Zuhilfenahme von Vorlesungsmitschriften von seinem Schüler Friedrich Lücke unter dem Titel »Hermeneutik und Kritik mit besonderer Beziehung auf das Neue Testament« herausgegeben.

Unser Passus über die psychologische Auslegung stammt aus der Vorlesung von 1832. Danach spielt die Intention des Autors eine wesentliche Rolle beim Verstehen eines Textes, insbesondere der »Gedankencomplexus als Lebensmoment eines bestimmten Menschen« (HL 148). Schleiermacher unterscheidet zwischen der rein psychologischen Aufgabe und der technischen; letztere ist weiter in Meditation (das Erfassen des Entschlusses) und Komposition (die Gestaltung des Gedankenkomplexes) eingeteilt, während sich die rein psychologische Seite auf den Grundgedanken eines Werkes »aus der persönlichen Eigentümlichkeit des Verfassers« (HL 157) bezieht.

Wir haben für diese Sendung bewußt einen technischeren Text ausgesucht, als Sie es vielleicht von uns gewohnt sind, dies jedoch im Sinne einer Bereicherung unseres Programms.

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Literaturhinweis:
F. Schleiermacher: Hermeneutik und Kritik, hrsg. u. eingel. v. Manfred Frank, Frankfurt a .M. 1977.


1. Juli 2006, 21:05 von der Redaktion

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F. Schiller »Über die ästhetische Erziehung des Menschen«

Friedrich Schillers Briefe »Über die Ästhetische Erziehung des Menschen«, erschienen 1795, sind eine frühe Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der Französischen Revolution, der Aufklärung und der Technisierung, Entwicklungen also, die in vielerlei Hinsicht die Gesellschaft aus den Fugen zu bringen drohen. Eine Besinnung auf die Schönheit unter Aufnahme wesentlicher Gedanken Immanuel Kants ist der Versuch, Möglichkeiten für ein gutes, gefügtes Leben in neuer Zeit auszuloten, dessen Gründung eben nur in einer »ästhetischen Erziehung« des Menschen liegen kann.

Der hier vorgelesene 15. Brief mit dem im Schillerjahr viel zitierten Homo-ludens-Satz und Schillers zentraler Bestimmung des Schönen ist nicht nur bei Hölderlin und Hegel wirkungsmächtig geworden, sondern bildete auch eine wichtige Grundlage für Wilhelm von Humboldts Bildungsreformen, deren kulturgeschichtlicher Hintergrund und Sinn besonders inmitten der heutigen Bildungsdebatten und Universitätsreformen aufs Neue verstanden werden will.

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Literaturhinweis:
F. Schiller: Über die ästhetische Erziehung des Menschen, Stuttgart 2000.

Text bei Projekt Gutenberg


21. Mai 2006, 20:45 von Tom Wellmann

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F. Nietzsche »Menschliches, Allzumenschliches« (188-193)

Friedrich Nietzsche weiß, daß auch Philosophen und Schriftsteller nur menschlich, allzumenschlich sind. Entsprechend lakonisch handelt er die Dichter und Denker in seiner 1878 erschienenen Aphorismensammlung ab. Denn »der beste Autor wird der sein, welcher sich schämt, Schriftsteller zu werden.«

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Literaturhinweis:
Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches, hrsg. v. Giorgio Colli u. Mazzino Montinari, Berlin/New York 1999 (KSA 2).

Text bei Projekt Gutenberg


22. April 2006, 13:45 von Fee

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Podcast-Award für das Literatur-Café

Wir gratulieren Wolfgang Tischer vom Literatur-Café zum Gewinn des 1. Deutschen Podcast-Awards!

Der Podcast-Award wird vom Podcastclub e.V. vergeben. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Ersten Deutschen Podcast-Kongresses in München statt.


14. April 2006, 11:19 von der Redaktion

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